Ich selbst war ein Tanzmuffel. Mit Anfang 50 beschränkte sich meine tänzerische Bewegungsfreiheit auf gleichbleibende statische Bewegungen zu Techno oder Discofox und alle weiteren Arten des Tanzes kannte ich nur vom Zuschauen. Doch dann passierte es, eine ansprechend gestaltete Anzeige einer regionalen Tanzschule lud zum Einsteigerkurs ein und das auch noch Dienstagabend, statt dieser, mir überhaupt nicht passende Sonntag Nachmittag. Und dann war noch die Option, falls nicht genügend Teilnehmer zusammenkommen, kommt der Kurs nicht zustande. Er kam zu Stande und ich bin bis heute dankbar dafür. Und ich bin seit 2021 stolzer Besitzer des Tanzsportabzeichens in Bronze des Deutschen Tanzsport Verein.

Die Geschichte des Tanzens.
Ja auch schon in der Steinzeit wurde getanzt. Das dokumentieren alte Felszeichnungen und Höhlenmalereien (wie der „Tanzende Schamane“ in der Drei-Brüder-Höhle in Frankreich oder Felsmalereien in Indien, die bis zu 9.000 Jahre alt sind). Zu dieser Zeit vermutet man, dass der Tanz eine Art der Kommunikation untereinander, mit anderen Stämmen oder Götter und Geister zu beschwören.
In späteren antiken Zeiten war Tanz Bestandteil Von Ritualen du Totenkulten, speziell in Ägypten und in Griechenland. Es wurde auch der Tanz Bestandteil des Theaters und Gruppentänze studierte man zur militärischen Konditionierung ein. Im alten Rom war der Tanz Bestandteil des Theaters, der Priesterschaft und kriegerischer Tänze. Und während die Bürgerschaft eher skeptisch dem Gesellschaftstanz gegenüberstand, gab es professionelle Tänzer zu Zwecken der Unterhaltung.
Im Laufe des Mittelalters, welches stark durch die Kontrolle der Kirche geprägt war, lebte der Tanz in Form von ländlichen Reigen-, Kreis- und Schreittänzen im Volk weiter. Viele dieser Tänze sind bis heute überliefert und werden traditionell noch getanzt.
Im darauffolgenden Barock wurde der Gesellschaftstanz gemischter Paare an den meisten europäischen Höfen zum beliebten Zeitvertreib. Geführt wurden die Tänze meist von einem Hoftanzmeister und der Tanz wurde Teil des adligen Lebensstils. Auch erste Bücher mit Tanzschritten und Tanzfolgen entstanden in dieser Zeit. Und später auch erste Tanzschulen.
Zu Beginn der 1900 Jahre verbreitetet sich der Tanz immer stärker auch in der Bevölkerung. 1912 erreichte Europa mit dem Tango das Tanzfieber. Kurz darauf folgte die Samba. Unter dem Begriff „Modern Dance“ entstanden in Folge viele unserer derzeit bekannten Lateinamerikanischen und Standardtänze.
Hier dazu einmal eine aktuelle Übersicht: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_T%C3%A4nzen
Wie wirkt sich Tanzen auf unsere Gesundheit aus?
Tanzen ist zum einen eine starke Möglichkeit, Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Körperhaltung, Gestik, Mimik bis hin zu der Art und Weise der Kleidung sind Ausdruck von Haltung, Zugehörigkeit und durchaus auch von geschichtlicher Epoche und aktuellem Zeitgeschehen.
Was macht Tanz mit uns? Tanzen ist Bewegung, Bewegung ist gut für die Gesundheit und auch gut für unsere mentale Verfassung. Tanzen fokussiert, Tanzen trainiert das Gehirn, Tanzen erzeugt Emotionen. Tanzen sorgt für Kommunikation. Tanzen ist Sport, professionelles Tanzen ist Hochleistungssport.
Doch bleiben wir einmal bei uns Hobbytänzern. Tanzen stärkt nachweislich die körperliche und mentale Fitness. Es baut Stress ab und stärkt das Selbstbewusstsein. Tanzen sorgt für Struktur im Leben und eine gleichbleibende Struktur unterstützt wiederum Disziplin und Verantwortung. Bedeutet auch für junge Menschen ist Tanz eine Möglichkeit sich selbst kennenzulernen und seine Persönlichkeit ausdrucksstark zu entfalten. Und Tanzen bringt Menschen zusammen und unterstützt damit ein gemeinschaftliches Miteinander gleich welcher Herkunft und welchen Alters. Zusammengefasst: Tanzen stärkt Körper und Geist. Für diejenigen die in ihrem beruflichen Leben als Führungskraft unterwegs sind, geht davon aus dass Tanzen auch hilfreich ist, wenn man sich dem Thema Mitarbeiterführung einmal auf andere Art und Weise nähern will.
Gute Erfahrung damit hat: http://www.verbalcoach.de

Anfängertipps
Wir jetzt Lust bekommen hat, sich dem Tanzen intensiver zu nähern hier einmal meine Gedanken dazu. Als erstes sollte Tanzen und die Tanzgemeinschaft Freude machen. Dann ist wichtig eine Regelmäßigkeit sicherzustellen. Einfach aus dem Grund, dass über regelmäßiges Training Fortschritte sichtbar werden und man sich darüber motiviert. Ich fand es echt grandios, als ich im Urlaub beim Cha-Cha-Cha Tanzen mit meiner Frau Beifall von der Band und den Gästen bekam. Und es braucht Geduld und Durchhaltevermögen und den Willen, wenn mal etwas nicht klappt, so lange dranzubleiben, bis es rund läuft. Und meist passiert das, wenn man den Kopf ausschaltet und einfach vertraut.
Ich wünsche viel Freude beim Tanzen.
Volker Leistner